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11.
Hanse Cup 2008 -die perfekte Gaumen- und Segelfreude
Nachdem
in den letzten beiden Jahren der Hanse Cup durch Starkwind und Sturm gezeichnet
war, hat es in diesem Jahr mit dem Segelwetter geklappt. An allen vier
Tagen Winde um 3 bis 4 Bft, das sind die perfekten Bedingungen für
Hanse-Yachten. Dazu noch reichlich Sonne und Temperaturen um 20 °C
- ein schöner Spätsommer, wenn denn der Sommer stattgefunden
hätte.
Diese
super Bedingungen haben 61 Hanse-Yachten genutzt um sich bei vier Wettfahrten
vom 6. bis 9. September zu messen. Insgesamt wurden auf der Strecke Greifswald-Saßnitz-Lauterbach-Stralsund-Greifswald
120 sm gesegelt. Als der Konvoi von Segelyachten und Begleitschiffen am
6. September von Greifswald zur Regatta auslief, hat die Klappbrücke
in Wieck sicher die längste Brückenöffnung aller Zeiten
erlebt.
Gestartet wurde in den fünf Klassen:
Hanse
291/292/300/301/311/312/315/320
Hanse 331/341/342
Hanse 370/371
Hanse 400/401/411
Hanse 430/461/470.
Mit 14 Yachten bildete die Gruppe der 40-Füßer das größte
Starterfeld. Aber auch im Feld der ganz Großen sind beachtliche
9 Yachten angetreten.
Neben den Tageswertungen für jede Gruppe gab es in diesem Jahr zum
ersten Mal auch eine Gesamtwertung je Gruppe nach dem Low-Point-System
und Yardstickzeit. So wurden bei der Siegerehrung am 9. September für
die Erst-, Zweit und Drittplatzierten jeder Gruppe zur großen Freude
der Teilnehmer 15 Pokale verteilt. Den Pokal als Gruppensieger konnten
die glücklichen Skipper der Segelyachten Marionett (301), Charline
(331), Champus (370), Harmonie (400) und Apple Pie (470) in Empfang nehmen.
Da der Yardstickwert sicher nur sehr bedingt geeignet ist, um in einer
Gesamtwertung alle teilnehmenden Yachten von 29 bis 47-Fuß miteinander
zu vergleichen, ist die Einführung der Gesamtwertung je Gruppe eine
Entscheidung der Veranstalter, die bei allen Teilnehmern auf ungeteilte
Zustimmung stößt.
Den Pokal für die schnellste Charteryacht nach berechneter Zeit hat
die S.Y. Harmonie gewonnen, die übrigens mit ihrem Gruppensieg eindrucksvoll
demonstrierte, dass auch Charterschiffe schnell segeln können.
Den Wanderpokal des Oberbürgermeisters der Hansestadt Greifswald
für die schnellste Segelyacht konnte praktisch nur eine der drei
Hanse 470 mit schwarzen Segeln gewinnen. Obwohl als letzte gestartet,
lagen sie bei jeder Wettfahrt stets bald weit vor dem Regattafeld. Es
war faszinierend, welche Geschwindigkeit und Höhe diese Yachten liefen.
Bei der Siegerehrung erhielt die S.Y. Leander (Hanse 470) den Pokal.
Den Wanderpokal der HanseYachts AG für die punktbeste Yacht nach
berechneter Zeit hat die S.Y. Champus (Hanse 370) aus Greifswald gewonnen.
Auch Champus segelte stets eindrucksvoll mit meilenweitem Abstand vor
dem Regattafeld. Dabei war aber auch deutlich erkennbar, dass Champus
nicht mit Selbstwendefock, sondern mit überlappender Genua unterwegs
war. Zweifellos besteht die Crew der S.Y. Champus aus hervorragenden Seglern,
aber wie soll da eine Hanse 371 mit Selbstwendefock jemals mithalten können?
Auch der Unterschied von einem Yardstickpunkt kann hier keine Gerechtigkeit
bringen.
Leider scheint es trendy zu sein, dass immer mehr Yachten mit einer überlappenden
Genua an den Start gehen, obwohl sie über Selbstwendevorrichtung
und Selbstwendefock verfügen. Für einen Yardstickpunkt weniger
mit einer überlappenden Genua fahren zu dürfen ist natürlich
schon fast die halbe Miete zum Sieg. Gerade bei weniger Wind und raumen
Kursen kann eine gute überlappende Genua wahre Wunder bewirken.
Ein Markenzeichen der Hanse-Yachten ist die tadellos funktionierende Selbstwendefock,
die daraus resultierende Einhandtauglichkeit und das hohe Geschwindigkeitspotenzial
mit Standardbesegelung. Dieses Markenzeichen sollte beim Hanse Cup wieder
mehr beachtet werden. Vielleicht sollten künftig alle Segelyachten
ohne Selbstwendefock nur außer Konkurrenz mitsegeln oder nur für
den Wanderpokal des Oberbürgermeisters für die schnellste Segelyacht
gewertet werden.
Der 11. Hanse Cup hat noch eine weitere Tendenz erkennen lassen: es wird
mehr gefightet und ruppiger gesegelt, als das noch vor ein paar Jahren
der Fall war. Das ist für eine Segelregatta zunächst nichts
außergewöhnliches. Beim Hanse Cup treten aber Crews mit sehr
unterschiedlichem Trainings- und Erfahrungsstand an - und das ist so gewollt.
Letztlich wird auch nicht mit Rennziegen, sondern mit Fahrtenyachten gesegelt.
Und die Ursprungsidee des Hanse Cup stammt keineswegs aus dem Hochleistungssegeln.
Dafür waren Schäden und Beschimpfungen in diesem Jahr doch ein
wenig zu viel.
Nicht ganz kritiklos darf das Einlaufen unseres Teilnehmerfeldes in den
Stadthafen Stralsund hingenommen werden. Beim Kampf um den besten Liegeplatz
hatten wohl einige das Wort Seemannschaft verdrängt. Für das
angerichtete Wellenchaos bleibt nur, uns zu entschuldigen.
Alle Abendveranstaltungen waren wieder ein wahres Vergnügen für
den Gaumen. Einen Höhepunkt bildete - wie jedes Jahr - das Büfett
in Stralsund. Hierfür gilt der herzliche Dank aller Teilnehmer den
Organisatoren und Sponsoren - ebenso wie für die zahlreichen wertvollen
Sachpreise, die bei den Abendveranstaltungen und bei der Abschlusssiegerehrung
vergeben wurden.
Karsten Baas als Cheforganisator sowie Mirko Kapka und Falk von Detten
als Wettfahrtleiter haben wieder ein wahres Meisterstück abgeliefert.
Ihnen und ihren fleißigen Helfern, ohne die eine so große
Veranstaltung überhaupt nicht möglich wäre, danken wir
ganz herzlich.
Wir freuen uns schon auf den 12. Hanse Cup und geloben Besserung.
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